Tagebuch

25.04.2017

Wie geht es weiter?
Ich werde auch weiterhin die Entwicklung meiner Arbeitsplatzsuche hier beschreiben und hoffe, euch bald ein Erfolgserlebnis mitteilen zu können.
Auch bitte ich, selbst wenn meine Tour nicht funktioniert hat, lasst Euch nicht unterkriegen.
Jeder von Euch ist wertvoll und jeder ist zu außergewöhnlichem in der Lage.
Für mich ist es wichtiger etwas (vielleicht auch naiv) zu starten, als hinterher zu sagen – hätte ich doch!

23.04.2017

Schluß, aus, vorbei.
Wie auf der Startseite bereits beschrieben, habe ich die Tour aus gesundheitlichen Gründen am Sonntag abbrechen müssen.
Auch auf die Gefahr hin viele meiner Leser zu enttäuschen und die Zweifler im Vorfeld zu bestätigen.
Es ging nicht mehr.
Ich danke allen für die einzigartige Unterstützung der letzten 2 Wochen und würde mir wünschen, daß manche wenigstens versuchen, diese Entscheidung zu akzeptieren.
Es sollte eine Tour werden um eine neue Arbeitsstelle zu finden und nicht um meine Gesundheit zu ruinieren und dann eine Zeit nicht arbeiten zu können.
Außerdem war es mir wichtig, das Thema Arbeitssuche im fortgeschrittenen Alter in die Öffentlichkeit zu bringen – und dies ist mir ja gelungen.

22.04.2017

Die Nacht war in Ordnung. Es hat zwar geregnet, aber daß Zelt bleibt auch weiterhin trocken.
Ich wußte aber gar nicht, daß Gänse die ganze Nacht solchen Krach machen – schlafen die denn nie?
Das Wetter ist nach dem Regen wirklich gut, blauer Himmel und ein toller Sonnenaufgang der mit einem warmen Getränk in der Hand noch besser wird.
Nachdem ich wieder auf Tour war kam ein ziemlich heftiger Wind auf, der auf dem offenen Gelände dann richtig extrem wurde.
Auch hier gibt es nur wenige Radwege die dann auch nur um die einzelnen Seen führen oder nach Berlin oder Kopenhagen (?).
Nicht wieder in Richtung Norden 🙂
Trotzdem steigt meine Stimmung da ich einem Nahziel mit jedem Schritt näher komme – DER ELBE.
Dort werde ich dann direkt am Fluß bis Magdeburg gehen und endlich den Blick auf die Landschaft und nicht auf die Straße richten.
Kurz vor Pritzwalk an der Bundesstraße mit Regen, Wind und Hagel habe ich mich entschlossen in Richtung Stendal zu trampen.
Der super nette Fahrer, der mich nach ca. 1 Stunde mitgenommen hat, hatte anscheinend Erbarmen mit mir. Denn er bot mir an mich nach Tangermünde zu fahren um mir das weitergehen zu erleichtern.
So bin ich heute in Tangermünde angekommen und habe mir ca. 75 km gespart.
Dafür geht es morgen direkt an der Elbe weiter und hierauf freue ich mich riesig.
Mal sehen wie das Wetter mitspielt.

21.04.2017

Ich bin immer noch auf der Tour 🙂
Es wird auch mit jedem zurückgelegten km besser.
Der Frust wird weniger und ich kann es immer mehr genießen.
Vor allem da ich heute wirklich schöne Streckenabschnitte dabei hatte.
Auch die finale Tour steht endlich!
So gesehen geht es bergauf vor allem da ich die negativen Mails langsam ausblenden kann.
Es geht hier nicht um Leben und Tod sondern nur um eine Tour nach Italien und es ist für mich nicht lebensentscheidend, ob ich wirklich final dort ankomme.
Die gewünschte Diskussion über die Situation mit älteren Arbeitnehmern ist doch anscheinend in’s Rollen gekommen.
Ich werde auch noch lernen mit den Begleitumständen umzugehen die positiven Dinge in den Vordergrund zu stellen.
Also
Es relativiert sich irgendwie alles.
Der Campingplatz den ich mit letzter Kraft erreicht habe ist wirklich nicht schlecht
Nur die Dame am Empfang hatte wohl gerade so gar keine Lust 🙁
Getränke kaufen- haben wir keine
Kiosk-ist zu
Strom zum Handy aufladen – geht nicht
Super 😳
Also Zelt aufbauen und erstmal duschen und dann einen schönen Tee aufbrühen.
Hätte ich als „alter“ Kaffeetrinker auch nicht gedacht, daß der mal so gut schmeckt.
Dann mal bis morgen.

20.04.2017

Irgendwie war es komisch heute.
Es interessiert mich überhaupt nicht wo ich mich gerade befinde (in der Nähe von Güstrow) und ich will einfach nur Tempo machen.
Kopf runter und gehen, gehen, gehen.
Bei jedem Schritt kommt die Frage auf warum ich nicht einfach sage: Das wars, Kohle weg, Skandinavien ein Fiasko, Druck von allen Seiten und keine Zeit die Landschaft zu genießen.
Obwohl ich hiervon gar nicht so viel mitbekomme da die Radwege an der Straße ziemlich oft plötzlich enden und ich direkt auf der Straße gehen muß.
Auch hier sind die Temperaturen in der letzten Nacht bei -5 Grad gewesen (ich weiß gar nicht wo die Wetterapps ihre Daten herbekommen) und die Frage taucht auf, ob es das alles Wert ist.
Ein großes Ziel habe ich doch schon erreicht – es wird über die Situation der Arbeitssuchenden (man beachte -suchenden) öffentlich wieder diskutiert und es ist wieder ein Thema.
Auch ich habe schon Stellenangebote bekommen, weiß natürlich nicht, ob die auch bestehen sollte ich die Tour wirklich abbrechen.
Der Looser und das Großmaul der Nation wäre ich auf jeden Fall.
Ich weiß: Never quit by emotions. Doch das ist im Moment verdammt schwer.
Daher gehe ich es nun so an: Augen zu und durch solange es geht und ich wirklich noch einen Sinn darin sehe.
Ob es mir nun Spaß macht ist mir völlig egal. Ich will es entweder nur so schnell als möglich zu Ende bringen oder wenn es nicht mehr geht AUFGEBEN.
In den Medien wird ja schon das nächste Thema aufgekocht – wie fühlt es sich an Skandinavien nicht „geschafft“ zu haben.
Die möchten Ihre Story (die ich bisher im Sinne des Themas auch bereitwillig geliefert habe und dankbar für die Berichte bin) und ich weiß durch die nicht geplanten Reisekosten in Sandinavien nicht wie lange die Kohle noch reicht.
(Dies ist KEIN Spendenaufruf durch die Hintertür, nur muß auch ich mit dem Budget zurecht kommen das ich habe)
Ich sitze gerade in einem Hotel (Budgetgerecht ;-)) um endlich wieder mal zu duschen und vor allem meinen Rucksack zu „erleichtern“. Die Winterklamotten raus und auch alles, daß ich bisher noch nicht gebraucht habe und hoffe, es nicht mehr zu brauchen.
Wenn ich so auf ca. 9 kg weniger komme und die nächsten Tage beim gehen und beim Übernachten im Zelt funktioniert gehe ich so lange weiter bis mich meine Frau besucht.
Die 31 km heute waren mit dem Gewicht schon krass – ALLE die mir das geschrieben haben, haben RECHT!

So genug gejammert, mal sehen was der morgige Tag so bringt

19.04.2017

So, ich bin auf der Fähre nach Rostock um meine Tour zwar total anders aber dennoch fortzusetzen.
Mich haben die eine oder andere Mail zwar getroffen, habe jedoch beschlossen, diesen keine Beachtung mehr zu schenken.
Auch wenn ich die Tour in Messina gestartet hätte, hätte ich dann wieder im Norden das Problem mit dem Winter und den Temperaturen gehabt.
Also was solls?
Ich habe es versucht und nur das zählt für mich.
Nachdem ich gestern Abend um 21:00 Uhr in Lulea mit dem Zug gestartet bin, bin ich bis jetzt (22.33 Uhr) ununterbrochen unterwegs.
Der Zug hatte 2 Stunden Verspätung und stand so lange im Nirgendwo. Wenn wir in Deuschland bei der Bahn 10 Minuten Verspätung haben bricht das Chaos aus 🙂
Das sehen die Menschen hier viel gelassener.

Durch die lange Bahnfahrt bis nach Trelleborg fiel mir auch auf, dass es hier genau die selben Umweltsünden gibt wie bei uns.
Abfall einfach auf der grünen Wiese, Baumfällen ohne Rücksicht und Müll neben den Straßen.
Nur die Rastplätze sind total sauber – da sollte man mal die Rastplätze in Deutschland vergleichen.

Ab Morgen werde ich dann in Rostock starten und über Leipzig Richtung München gehen.
Durch die leider gesparten Monate fällt nun wenigstens der zeitliche Stress weg.

Die Veröffentlichung dieses Eintrags kann erst am 20.04.2017 erfolgen, da ich hier kein WLAN habe und meine Flatrate bereits seit 3 Tagen gedrosselt wurde.
Doch was soll´s?

18.04.2017

So, der letzte Tag bzw. die letzte Nacht in Schweden.
Nachdem ich heute auf Grund der letzten Nacht bei wieder einmal gewaltigen Minunstemperaturen nun entschieden habe mein Skandinavien Abenteuer zu beenden, sitze ich im Zug nach Stockholm.
Die Busfahrt von Haparanda in Finnland nach Lulea in Schweden war schon verdammt frustrierend.
Von allen Ländern auf die ich mich gefreut habe war Schweden ein geplantes Highlight.
Ich wollte wirklich einmal das Land der Länge nach „begehen“ und die Menschen auf eine ganz andere Weise kennenlernen als das bei meinen bisherigen Besuchen möglich war. Auch auf die lange Mitternacht mit dem Höhepunkt der Midsommarfeier war ich ganz wild.
Es wird nun leider doch nichts.
Um die Tour aber auf keinen Fall abzubrechen, sehe ich mich aber zu dieser Entscheidung gezwungen.
Den ganzen Tag war ich total schlecht drauf und fühlte mich wirklich als Versager.
Der vermeintliche Druck der inzwischen aufgebaut wurde und den ich ja selbst mit aufgebaut habe machten und machen mir ganz schön zu schaffen.
Umso mehr habe ich mich über die Kommentare gefreut die mir auch bei dieser Entscheidung Recht geben und mich darin bestärken, daß dies eine der wichtigsten und logischsten Entscheidungen war, die ich in letzter Zeit getroffen habe.
Es erscheint mir wichtiger, die Tour zu Ende zu bringen, als gesundheitliche Risiken einzugehen die ein Ende in Messina in Gefahr bringen.
Meine Elche habe ich aber dennoch gesehen 😉
Zwar nur vom Bus an der Schnellstraße, aber immerhin.
Ich werde nun alles daransetzten, meine Erlebnisse auf der restlichen Tour ein bisschen ausführlicher und mit Bildern zu schildern da die Internetverbindung ja dann hoffentlich funktioniert.
Vor allem freue ich mich auf die wärmeren Temperaturen auf dem Rest des Weges.
(Selbst 0 Grad sind inzwischen für mich ja schon warm)
Ich sicher, mich morgen wieder von der Fähre nach Deutschland melden zu können, da die Vorhersagen auch für Stockholm als frostig vorhergesagt sind 🙁

Nochmals vielen Dank für die einmaligen und total motivierenden Reaktionen und Euer Verständnis.

 17.04.2017

Ich habe heute eine Tour von 25 km bei klarem, blauem Himmel hinter mir.
Bis auf einen Knöchel der etwas wund ist, aber mit offenem Schuh eigentlich keine Problem darstellt.
Trotz der Sonne ist es noch immer verdammt kalt, aber beim gehen kein Problem.
Die Landschaft ist wie im „Winterwunderland“ und ich wundere mich noch immer, wo die Finnen so alles mit ihren Skidoos rumfahren.
Die extra eingerichteten „Fahrspuren“ auf den Flüssen interessiert aber niemanden.
Manchmal denke ich mir, daß was wir früher mit dem Mofa gemacht haben, machen die Jugendlichen hier mit den Skidoos – man merkt halt doch das ich schon älter bin;-)
Das Zelt habe ich mitten im Fluß auf einer Insel aufgebaut und mit dem Campingkocher mein Essen zubereitet.
Wie gut doch Wasser und Astronautennahrung so schmecken können.
Auch das anschließende Lagerfeuer war kein Problem und es hat geholfen, die nassen Klamotten wenigstens etwas zu trocknen.
Wie gesagt, Tom Hanks aus Cast away lässt grüßen – ICH HABE FEUER GEMACHT 😉
Nachdem ich mich wegen der Temperatur im Schlafsack verkrochen hatte, wurde ich kurzfristig von 2 Hunden eingekreist und heftig angegangen.
Das „Herrchen“ fand das anscheinend gar nicht schlimm. Ich habe zwar keine Angst vor Hunden aber dieses Genurre war schon heftig.
Die Nacht war auf Grund der Kälte fast schlaflos und so konnte ich die Helligkeit zum ersten Mal bewusst wahrnehmen.
Von geniessen kann keine Rede sein, aber es ist schon interessant, wenn man morgens um 2 ohne Probleme Zeitung lesen könnte und am Morgen gleichzeitig Sonne und Mond am Himmel stehen.
Dafür waren meine zwei Flaschen Trinkwasser gefroren und ich durfte wieder Schnee schmelzen. Zudem Glück habe ich für diese Fälle Getränkezusätze dabei.
Aber die Entscheidung steht – siehe meinen Bericht vom 18.04.2017
Durch die Landschaft, die Menschen und die Umstände bedauere ich dies um so mehr.

16.04.2017

Bin heute in Richtung Rovaniemi gefahren um dann morgen wieder zu Fuß Richtung Pello aufzubrechen.
Mit dem Zimmer sind dann hierfür wieder einige Tagessätze Budget verbraten – aber was hilft es?
Es sind Minus 18 Grad (in der Nacht)  angesagt und in der Vorbereitung bin ich nicht davon ausgegangen, Arktisausrüstung zu brauchen.
Die Landschaft ist auf jeden Fall der Hammer. So wie ich es mir vorgestellt hatte. ‚Weite, weite Abschnitte mit den entsprechenden Rentierherden natürlich auch auf der Straße.
Endlich gibt es wieder Wälder und teilweise offene Flüsse und ich freue mich schon darauf endlich ein richtig schönes Lagerfeuer zu machen.
Tom Hanks lässt grüßen 😉
Ich wusste gar nicht, dass auf Flüssen eine Verkehrsregelung nötig ist – so ist es aber hier. Seltsam aber interessant.

Ansonsten gehe ich jetzt davon aus, daß die nächste Woche zwar von viel weiter unten, aber dann doch zu Fuß gestartet werden kann.

15.04.2017

No Way – so geht es nicht weiter.
Ich muss mir Gedanken machen, wie es weiter gehen soll.
Die Essenzubereitung funktioniert zwar, dauert aber unheimlich lange, Schlafen ist kaum länger als 4-5 Stunden drin, der Rest ist dösen. Kein Wasser – Angst vor Dehydrierung und wieder diese Sch……… Strasse.
Ich muss was ändern wenn die Tour ein Erfolg werden soll und ich daraus keinen Büßergang machen will.
Auch meine Gesundheit spielt eine wichtige Rolle. Ich weis nicht ob es am Schneewasser liegt oder ob ich einen Fieberschub habe (Männerfieber halt 😉
Ich habe beim gehen noch meine Schritte bis 1.000 gezählt, aber heute mehrmals.
Immer den Blick auf die Klippe wo man hin muss um nach jeder Kurve festzustellen das der Fjord wieder breiter wird und es noch länger dauert.

Die Entscheidung steht:
Ich trampe nach Karajok und suche mir dort eine Unterkunft.
Da auch hier an Ostern alles geschlossen hat und die Busse auch nicht fahren überlege ich mir wie ich weiter vorgehe.

14.04.2017

Tag 2
Nach einer kurzen, kalten Nacht (die Zeltbespannung schlug ständig im Wind) wieder Schneeschmelzen angesagt.
Das dauert Tage 😉
Ich habe mir den Kaffee/Tee verkniffen und nur die Riegel meiner Frau gegessen.
Mehr als zwei habe ich aber nicht geschafft.
Das ist keine Art die Tour zu machen – selbst die Norweger sagen, dass es dieses Jahr ungewöhnlich lange so kalt ist und so viel Schnee liegt.
Mein größtes Problem neben dem Wind und der Kälte ist Trinkwasser!!!!
Ich kann nicht immer Schnee kochen, Eis lutschen oder Schnee kauen.
Aber es gibt kein fließendes Gewässer und niemanden den man Fragen kann ob ich die Trinkwasserflasche auffüllen darf.
Außerdem wieder Gewicht.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Nach den ersten Kilometern wussten meine Beine anscheinend was ich von ihnen wollte und es ging eigentlich ganz gut.
Nur das „nachjustieren“ des Rucksackes hat nicht viel gebracht – nochmal nachdenken was überflüssig sein könnte.
Diese Strasse macht mich fertig. Nicht nur körperlich, vor allem aber moralisch.
Jeder kann sich gerne die Europastraße E69 von Honningsvag Richtung Olderfjord ansehen und weiss, wovon ich rede.
Man sieht z.b. Einen Tunnel in maximal 2 km Luftline und benötigt 2 1/2 Stunden um dann hoffentlich dort zu sein. Manchmal ist es sogar noch schlimmer.
Nun, ganz netten Zeltplatz gefunden (wieder im Schnee und ohne Feuerholz) Schnee geschmolzen und ab in die „Kiste“.
Ich weiss noch nicht mal wieviele Kilometer ich geschafft habe da meine Uhr keinen Sprit mehr hatte. Zeitlich waren es 11 Stunden incl. Pausen.

13,04.2017

Der 1. Tag auf Tour:
Ich habe angeblich unheimliches Glück mit dem Wetter (sagen die Einheimischen).
Klar, die Sonne scheint aber der Wind ist wirklich heftig und es schweinekalt.
Es sind gefühlte -10 bis -15.
Nachdem sich nach den ersten Kilometern das Adrenalin abgebaut hat, merke ich den Rucksack.
Alle, die sagten er sei mit 28 kg zu schwer, haben vollkommen recht. Dabei sind es mit dem Wasser und dem Spiritus ja sogar 30 kg.
Auch die Lastenverteilung stimmt noch nicht, aber hierfür wollte ich mir dann an meinem ersten Nachtplatz Zeit nehmen.
Da kommt schon der erste Tunnel, der Honningsvag Tunnel mit 4400 Metern.
Zum Glück ist er recht gut beleuchtet, denn wenn hier ein Auto und Bus kommt, hat man das Gefühl es kommt ein Schnellzug. Ob das alles Norweger waren? Keiner hat sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten.
Ich wusste auch gar nicht, wie wahr das Sprichwort von wegen Licht am Ende des Tunnels wirklich sein kann.
Aber ich hatte ja noch einen weiteren vor mir.
Der Wind macht mich fertig, er bläst permanent von der Seite und ist heftig und kalt.
Keine Chance mich abzuwenden.
Was mich fertig macht ist die Tatsache, dass eine Entfernung von geradeso 1 km Luflinie für mich teilweise eine Stracke von bis zu 5-6 km bedeuten kann.
Mit dem Auto ist die Strecke sicher ein Traum, aber zu Fuß?

Ich will hier keinesfalls alles Schlecht reden/schreiben, aber das meinte ich mit „auf der Tour ankommen“.
Es war mir klar das ich mich erst einfinden muss und „in Tritt“ kommen muss. Auch mit dem Kopf. Mit diese Bedingungen habe ich aber nicht gerechnet.

Was mich total begeistert und fasziniert ist die Landschaft.
Ich kenne ja durch die Nähe zu den Alpen schon wirklich tolle Winterlandschaften und Petra „zwingt“ mich auch oft zu ausgedehnten Wintersparziergängen.
Doch dies hier ist völlig anders.
Die Fernsicht ist scheinbar grenzenlos. Die Hügel (sorry in Bayern sind das keine Berge;-))
Schneebedeckt und von der Sonne beschienen. Gut das ich eine Sonnenbrille dabei habe.
Dazu noch das Meer im Sonnenschein – GEIL.

Nachdem ich nun die gefühlte unendliche Weite des 6875 km langen Nordkaptunnels hinter mir hatte, hatte ich für heute völlig Genug. Die Steigung und das lange gehen im Tunnel haben mir den Rest gegeben.
Nachdem ich ein windgeschütztes Plätzchen gefunden hatte, ging der Zeltaufbau los.
Schnee festtreten, Zelt aufbauen (keine Heringe, da der Platz zu eng) und Schnee schmelzen.
So konnte ich nach einer ganzen Weile meinen ersten Cappuccino in Norwegen geniessen und versuchte später mein Abendessen zu genießen.
Leider hatte ich gar keinen Hunger – trotzdem rein damit 🙂
Kilometertechnisch war ich 26 km unterwegs und bin total tot.

12.04.2017 Anreise (und) Abreise Nordkapp – Teil 2

Ich habe meinen Rucksack wieder – wenigstens etwas.

Nach einer Nacht im Taxiwartehäuschen bei -4 Grad und Schnee, ohne Kaffee in der früh WAR ich am Nordkapp.
Die Fahrt mit dem Bus nach Honningsvag war total beeindruckend.
Sehr oft lag die schneebedeckte Landschaft in der Sonne und ich konnte sehen was ich verpassen werde.
Es gibt keine Chance bei den Schneemengen die noch liegen quer Feld ein zu gehen.
(Für alle die jetzt sagen, daß ist um die Zeit normal – habe ich auch mit gerechnet. Aber hoffen darf man ja.)

Also mit dem Bus hoch zum Nordkapp (weiß ich auch, liegt rechts auf der Landzunge) und mit tollem Wetter und zwei großen Kaffee endlich angekommen. Das Wetter hatte ich mir gewünscht – es klappt schon manchmal.
Total entspannt auf die erste Nacht im Zelt dort vorbereitet, dann PANIK.

Es wurde mir verboten, über Nacht dort oben zu bleiben. Angeblich zu gefährlich.
Ich konnte sagen und machen was ich wollte – Polizei kann schon manchmal komisch sein 😉

Also bin ich im Hostel in Honningsvag gelandet und werde WIRKLICH zu Fuß starten.

Ich werde die Tour genießen und lasse mir von den Kleinigkeiten die Laune nicht verderben.
(Nicht, daß der Eindruck entsteht, ich wäre ein „kleiner“ Miesepeter;-) und freue mich wirklich)

11.04.2017 Anreise nach Alta – Teil 1

Nachdem ich nun in Oslo angekommen bin, durfte ich feststellen, daß mein Rucksack noch in MÜNCHEN steht.
Da darf sich SAS aber heute Nacht etwas einfallen lassen, denn ALLE wichtigen Dinge sind somit noch nicht da.

Auch in Norwegen fangen am Mittwoche die Osterferien an und mein Gepäck kommt somit erst am Dienstag Abend.
Ein ganzer Tag geht so flöten, da ich dann erst am Donnerstag am Nordkapp ankomme.
Aber was soll´s!
Wenn es so anfängt, kann es nur besser werden.

Melde mich dann nochmals unter: Anreise, da ich noch nicht starte 😉
Ansonsten war der Flug i. O. Jedoch konnte ich keine Bilder machen, da die Scheiben mal richtig undurchsichtig waren – sorry.